Klimaticket – alles einfach?

Wie kommt man nun zum Klimaticket – oder eben nicht?

Genau am 01. Oktober konnte man sein Klimaticket ordern. Ganz simple durch Österreich fahren, das hat was. Klimawandel? Nein, den besiegen wir nun gemeinsam. Vollkommen richtig und wichtig. Da hat die Klimaschutzministerin ganze Arbeit geleistet, ohne Frage.

Also VISA Card der Cheffin bekommen, zack, zack, Daten eingegeben, bestellt. Klimaticket nach wenigen Minuten online abrufbar. Rechnungsbetrag bestätigt, VISA Card kann schon was!

So soll es sein, ja. So easy ist es aber leider nicht. Erst einmal konnte man sich das vorläufige Ticket nicht ausdrucken. Man sollte warten. Warten bis zum ersten Tag der Nutzungsmöglichkeiten. Also dem 26. Oktober. Bist du also unterwegs, kommst am 26. Oktober retour. Musst du erst ausdrucken, um zu fahren. Dann ist es aber bereits zu spät. Der Mitarbeiter der Wiener Linien freut sich auf diesen Tag.

Schade! Aber so die Idee dahinter. Ganz simple. Echt jetzt!

Um den 28. Oktober vernahm ich alle Freunde mit einem Posting in den Sozialen Medien: hier ist mein Klimaticket! Hier meines, ja! Und hier erst: deines und das von meinem Freund. So ging das tagelang.

Aber mein Klimaticket? Nein, das kam nicht.

Also gut, warten wir noch einmal drei Tage. Ok, tut sich nix, also frag ich doch mal sanft nach. Hotline der Website. Nein, da geht pauschal in diesen Tagen keiner ran. Also noch einmal am nächsten Tag versuchen. Wir haben ja Zeit und Geld, kein Problem. Haben wir das wirklich? Nein, natürlich nicht.

Also Anruf Nummer zwei. Nach 09 Minuten also eine Dame am anderen Ende. Problem erörtert, kurz höflich nachgefragt. Ja, das sei normal, einfach Geduld zeigen. So also ihre geschulte Antwort. Na, wenn das so ist, also Geduld. Manchmal habe ich jene, manchmal nicht. Kennt jeder. Kann auch alles sein, aber eine Lösung wäre fein. So eine eventuell: Ja, tut mir leid. Ich kümmere mich darum und melde mich verlässlich morgen bei Ihnen.

Also wieder Tage abgewartet, noch einmal veruscht. Ja, ja, Ihre Karte sollte unterwegs sein. Die kommt in den nächsten zwei, drei Tagen. Ist ja am 22. Oktober bereits versendet worden, Adresse sicherheitshalber noch einmal abgeglichen: passt. Also Geduld! Aber ich könne natürlich auch zurücktreten vom Vertrag. Geld wäre in ca. 1 Monat retour buchbar. Danach könne ich ein neues Ticket kaufen und sollte aber 30 Euro zusätzlich bereithalten für den Verlust des ersten. Das wäre ja so.

Bitte was?

Moment: der 22. Oktober.., der ist ja schon zwei Wochen her. Na ja, kann ja sein. Die Post macht auch manchmnal Sachen, kennt man.

Vier Tage später: nachgehakt. Selbe Antwort, ich solle Geduld zeigen.

Eine neue Taktik musste her: weg vom Telefon, hin zum Laptop. Ha, die werden Augen machen – diese neue Taktik erschien mir phänomenal! Mail am 08. November an den Kundendienst. Antwort: wir melden uns sofort nach Erhalt, das könne aber manchmalbis zu einem Werktag dauern. Ja, dieser Tag später wäre der 09. November gewesen. Am 11. November dann die Antwort. Sehen wir mal nach, kein Wochenende dazwischen. Kann sein, alles kein Problem- wir wissen ja bereits: Geduld! Also aufgepasst: nach dem 08. November kommt zukünftig immer der 11. November. Klassich Fasching, toll!

Selbige Antwort wir bei den Telefonaten. Tut mir leid uns so, da könne ich sonst nicht viel machen.

Die sind wahrlich gut geschult. So: hörts, Kinder: wenn der Kunde dran ist: Ticket ist raus und dann schnell verstecken. Bloss Ticket niemals versenden. Dann bleibt der Kunde relevant! Den kochen wir weich!

Also kurze Info, dass ich die Antwortmail erhalten habe und die Antwort bereits vorher ahnte. Ich bin Hellseher! Und ja, man schrieb ja auch: Fallnummer nicht ändern, dann ginge da was!

Heute ist der 16. November, langsam mache ich mir Sorgen. Also hin zum Meidlinger Bahnhof, rein in den Kundenservice: gleiche Antwort. Sie könne mir schon gar nicht helfen, sie sei ja nur eine Schalterdame. Und überhaupt: das ginge nur am Hauptbahnhof. Aber ja, da säßen die echten Experten.

Ok, ab in die Regionalbahn. So schön einfach mit dem Klimaticket. Rein, raus, immer wieder. CO2 sparen, so oft man kann. Wenn man kann.

Am Hauptbahnhof zu besagtem Schalter. Nein, also hier könne man mir überhaupt nicht helfen. Das ginge nur an anderen Tagen, und dann nur andere Leute. Ja, ok, verstehe. Nein, natürlich verstehe ich langsam gar nichts mehr. Ich solle doch zum Infoschalter. Der sei ganz weit weg von hier und am anderen Ende von Wien.., äh, dem Hauptbahnhof. Also gut, kein Problem: Geduld! Geduld!

Dort, nach langen Telefonaten: nein, Ihr Ticket wird eh noch gedruckt. Das kommt aber sicher bald. Wer also lügt?

Leute, wenn ihr das Klimaticket und die Lösungsvorschläge so verbockt, wird das nix mit dem Klima und so!

Dass ich zwischendurch noch weitere Lösungen suchte, dürfte klar sein. Aber eines ist mir bereits klar: es gibt keine! Es gibt weder einen funktionierenden Support noch irgendeine verantwortliche Person, welche sich traut und sagt: ich veranlasse eine neue Versendung. So simple könnte eine Lösung sein!

Und Herrn Huber oder wem auch immer kann ich nur empfehlen, so rasch als nur machbar ein neues Ticket drucken zu lassen und zuzusenden. Mir geht es nicht um Herrn Huber. Er wollte anscheinend eh helfen.

Daher meine eindringliche Bitte: ich möchte doch bitte nur eines: Klima schützen, Klimaticket nützen!

Aber eine Frage muss erlaubt sein: wer lügt? Und wenn wer lügt, warum? Und wer hat mein Klimaticket? Und wie bekomme ich nun mein Klimaticket ? Ich würde es auch ausdrucken, selbst abholen, mit Wertbrief versenden lassen, einen Kurier senden. Egal, eine Lösung muss her!

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