Praxistest KIA XCeed

Kia zählt zu den konsequentesten Akteuren der nachhaltigen Mobilität.

Mit dem XCeed, welcher als SUV-Erscheinung des erfolgreichen Ceed gilt, zeigt KIA erneut seine Klasse in Bezug auf neue Antriebsmodelle. Wir haben uns dieses wahrlich sehr attraktive Fahrzeug im Praxistest genauer angesehen und so manche positive Überraschung entdecken können.

AUßEN

Beim ersten Treffen mit dem XCeed fällt sofort die Eleganz auf. Das Fahrzeug ist schlichtweg gelinde gesagt „sehr attraktiv“. Von Einheitsbrei wie bei manch anderem Hersteller ist nichts zu bemerken. Hoch und dennoch gebeugt steht er da und zeigt, das Design ebenfalls eine sehr wichtige und emotional behaftete Kaufentscheidung sein muss. Während des Testes waren es so auch vermehrt Frauen, welche uns direkt auf das Fahrzeug ansprachen.

ANTRIEBSTECHNIK

Ein 1,6-Liter-Benziner mit 105 PS, kombiniert mit einem Elektromotor mit 61 PS ergeben eine Systemleistung von 141 PS. Eine doch recht kleine Lithium-Ionen-Polymer-Batterie mit 8,9 kWh reicht für 42 bis 48 km Elektro-Reichweite. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 km/h beschränkt, im Elektrobetrieb sind es 120. Mit der Antrittskraft, dem Durchzug und der Spitzengeschwindigkeit des XCeed PHEV konnten wir uns im Test rasch anfreunden: schneller und sportlicher muss ein kompaktes (Klein-)Familien-SUV nicht sein. Auch wenn die Antritte nicht annähernd so stark sind wie in den rein elektrischen Konzernbrüdern e-Niro oder e-Soul: hier die entsprechenden Praxistests dazu:

e- Niro: Erster Praxistest , Zweiter Praxistest

e-Soul: Erster Praxistest , Zweiter Praxistest , Dritter Praxistest , E-Mobility Parade 2020

Als Zugmaschine eingesetzt könnte der Kia XCeed Plug-in-Hybrid allerdings bis zu 1,3 Tonnen Anhängelast ziehen. Für die Größe des Fahrzeugs sowie der Motorisierung eine Top Leistung.

Was uns im Fahrbetrieb generell auffiel: Mit mindestens halbvollem Akku fährt man nach gewisser Einarbeitungszeit automatisch rein elektrisch. Wir erreichten insgesamt eine 71%ige ökonomisch nachhaltige Fahrweise.

Manchmal lief der 1.6 GDI Plug-in-Hybrid in unserem Praxistest im Parallelhybrid-Betrieb. Sobald es uns möglich erschien, wechselten wir in den EV-Modus: über die EV-Taste an der Seite des Automatik-Gangwahlhebels. Somit wurde der KIA XCeed zumeist rein vom E-Motor angetrieben. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 120 km/h eignet sich diese Antriebsvariante vorwiegend für die Stadt. Auch auf der Landstraße war es uns zumeist kurzzeitig möglich, emissions- und nahezu geräuschfrei zu stromern.

Beim Laden an unserer Heimladestation konnten wir mit 3,7 kW Leistung laden. Dies ergab eine Ladedauer von rund 2,5 Stunden. Das Beladen an einer öffentlichen Ladestation mit 3,3 kW dauert ca. 165 Minuten – dies lädt leider kaum zum häufigen Laden und zum regelmäßigen Stromern ein.

Beim Norm-Stromverbrauch von maximal 13,0 kWh kommt es in der Praxis zu beträchtlichen Abweichungen. Mit einem individuellen Fahrstil kann jeder seine eigenen Routinen auf jeweils typische Fahrstrecken optimieren. Einer der Vorteile bei Plug- in Hybriden besteht in der ganz individuellen Zusammenstellung. Einer fährt eben mehr elektrisch, andere eben mehr hybrid. Wir kammen mit drei Litern Benzin auf 100 Kilometern Strecke aus. – und mit einer Batteriefüllung rund 45 Kilometer. Das entspricht einem Stromverbrauch von doch 19 – 20 kWh. Bei dieser Fahrweise sind im optimalen Falle mit einer Tankfüllung von 37 Litern 1.000 Kilometer möglich. In der Praxis werden es wohl eher ca. 700 sein.

Um es anders ausdrücken zu dürfen: kein anderer Motor im XCeed – Sortiment kann von einem derart niedrigen Kraftstoffverbrauch träumen. Die Diesel brauchen mindestens fünf, die Benziner Minimum sechs Liter Sprit auf 100 Kilometern.

INNENRAUM und NUTZFLÄCHE

Eine sehr strukturiert und aufgeräumte Armaturenlandschaft lässt den Fahrer zentriert am Geschehen der Navigation inkl. akustischer Begleitung teilhaben. Dies, ohne die restlichen Passagiere zu stören, weil dort beispielsweise die aktuell gespielte Musik nicht unterbrochen wird. Das bezeichnen wir als „großartig“!

Der XCeed ist sehr elegant und schlank geschnitten. Leider ist der Kofferraum etwas kleiner als vorab anzunehmen. So fasst dieser im Regelfall 279 l, bei umgelegter Rückbank 1243 l. Die Ladekante liegt mit 66 Zentimetern für ein SUV angenehm niedrig. Die komfortabel hohe Sitzposition und das großzügige Platzangebot erhält sich der XCeed mit dem Hybrid-Antrieb gleichfalls.

ALLGEMEIN

Mit dem XCeed Plug-in-Hybrid hat Kia einen wirklich ansehnlichen und schwungvollen Croosover im Angebot.

In der Stadt sowie auf kurzen Strecken kommt der Fahrer ohne Verbrennungsmotor bestens zurecht. Die reale E-Reichweite von knapp unter 50 Kilometern reicht dafür meistens aus. Beim Stauraum müssen die Plug-in-Hybridfahrer Abstriche im Gegensatz zu den anderen Modellen machen – beim Preis nach Abzug der Kaufprämie nicht.

Fotocredits: mission e:possible

Praxistester: Dipl. Ing. Aki Gürsel, Thomas Hausner

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