Praxistest Mazda MX 30 electric

Die Mazda Austria GmbH stellte uns via Mazda Rainer in Wien den ersten Elektro PKW zur Verfügung.

Wir durften die höchste Ausstattungsvariante MX 30 GTE Premium M Tech Schiebedach im Alltag testen. Das Testfahrzeug hatte die wunderschöne Farbkombination Soul Rot Crystal Metallic 3 Tone und hatte einen Gesamtbruttoverkaufswert in Höhe von € 41.990,–

Der Wettergott meinte es nicht gut, da er uns während des Testzeitraumes wenige sonnige Stunden für weite Ausfahrten gönnte. Dennoch haben wir versucht, einen realitätsnahen Praxistest zu vollziehen. Das Fahrzeug sollte Familie Kernberger in den Semestererien nach Kärnten bringen. Die Kärtner Nummerntafel, der optische Charme als auch der Reiz des ganz Besonderen überzeugten uns. Anfangs.

Nach zwei Tagen Praxis im Alltag jedoch overrulten wir das Vorhaben und beließen den Mazda MX 30 eher im Einzugsgebiet von Wien und Niederösterreich.

Der Hintergrund dazu ist der Reichweite geschuldet. Die Batteriekapazität liegt bei 35,5 kWh und beinhaltet den Nachhaltigkeitsgedanken von Mazda. So soll die maximale Pendlerreichweite mit heute maximal ca. 200 Kilomtern pro Tag widergespiegelt werden. Als absolue Newbies für Elektrofahrzeuge – zudem auf einer längeren Abendsfahrt – mit zwei Kindern anbei tauschten wir für Familie Kernberger intern das Fahrzeug gegen ein anderes aus.

Dieser zweiwöchige Praxistest wurde somit von mehreren Vereinsmitgliedern vollzogen und spiegelt somit auch differenzierte Perspektiven und Erlebnisse wider.

Der Mazda MX 30 macht optisch aufgrund seiner Eigenständigkeit einen tollen Eindruck.

Eine eigenwillige Anordnung der Frontpartie (inklusive Überhang bei den Scheinwerfern) und der zylindrisch geformten Rückleuchten lässt den Blick verweilen. Sehr an die Konzernbrüder angepasst, gilt der MX 30 doch als ganz besonderer Individualist. Die gegenläufig angeordneten Türen (wie beim BMW i3) und die damit nicht existente B-Säule sind im offnen Zustand wahre Eycatcher.

Sitzt man im Fahrzeug, fallen einem sofort die verwendeten Kork Applikationen auf – die sind dem ursprünglichen Betätigungsfeld von Mazda (Korkproduzent vor 100 Jahren) geschuldet. Zudem wird hier ein schnellnachwachsender Rohstoff verwendet. Dieser setzt absolut harmonische Akzente. In Verbindung mit Stoffsitzen aus recycletem Material stehen die Nachhaltigkeitswerte beim MX 30 hoch im Kurs.

Die Bedienung des Fahrzeuges erfolgt über eine ausgewogene Mixtur aus Touchscreen und Drehknöpfen. An die Schalter des Multifunktionslenkrades gewöhnt man sich schnell.

Angetrieben wird der kompakte Crossover SUV vom Elektroantrieb mit der Bezeichnung „s-Skyactiv“. Der Elektromotor leistet 145 PS mit einem Drehmoment in Höhe von 270 Newtonmetern.

Ungewohnt und für manchen Elektromobilisten ungewohnt ist der Soundgenerator. Insbesondere aufgrund der doch im Vergleich zum Mitbewerb relativ kleinen Reichweite sollte der Mazda MX 30 – auch im Hinblick auf seine Detailverliebtheit – doch eher die weiblichen Elektrofahrerklientel bzw. nach Vorstellung von Mazda die Pendler ansprechen. Der mittlerweile erfahrende und daher sehr verwöhnte Elektromobilist wird die Reichweite doch eher als zu gering einstufen.

Das bestechend klare HUD gefällt sofort. Dr MX 30 lässt sich ganz selbstverständlich mit Mobiltelefon und Co via bluetooth verbinden. Alle USB Buchsen sind jedoch geringfügig unglücklich platziert. Daher bedarf es ein wenig Geduld mit der Konnektivität der Ladekabel.

Klimaanlage inklusive Sitzheizung arbeiten sehr angenehm, hier ist mit dem Automatikmodus bereits eine gute Voreinstellung gelungen.

Das Abblendlicht auf Automatik-Einstellung ist exakt und das automatische Scheibenwischintervall benötigt ebenfalls kein manuelles Eingreifen. Gleichwohl reagiert der Tempomat fast verzögerungsfrei. Allerdings muss erwähnt werden, dass der Assistent bei freier Bahn sehr schnell wieder beschleunigt. Dank manuell adjustierbarer Rekuperationswippen am Lenkrad kann mittels one-paddle-style durch den Stadtverkehr laviert werden.

Im Durchschnittsaltag vollkommen ausreichend, sind längere Ausflüge mit dem Mazda MX 30 nicht empfehlenswert. So hatten wir bei voller Batterie aufgrund der Kälte eine maximal angezeigte Reichweite von 140 Kilometern.

Durch die SUV Bauform ergibt sich eine angenehm erhöhte Sitzposition, die Vordersitze sind ergonomisch und auch tauglich für weitere Strecken.

Auf die Rückbank kommt man durch das Öffnen der vorderen Türen plus dem Verstellen der Vordersitze. Einem Coupe gleich, wirkt der Fond bedingt durch die Karosserieform recht gedrungen. Von außen jedoch gibt es selten derart schöne und gelungene Silhoutten.

Die Kofferraumfläche ist ob der etwas schrägen Heckklape suboptimal. Kleines Gepäck und kleine Hunde sind problemlos transportierbar – bei größeren Vorhaben ist abzuraten. Man benötigt in den Parklücken aufgrund der zusätzlich zu den hinteren Türen auch stets die vorderen.

FAZIT:

Zu bemängeln wäre die lange Aufwärmzeit bei tiefen Temperaturen. So mussten wir teilweise mindestens 20 Kilimoter fahren, damit die Warnung der kalten Antriebsbatterie verschwand. Fairerweise muss dazu erwähnt werden, dass die Fahrleistung – rein vom Fahrgefühl selbst – nicht vermindert schien.

Der Mazda MX 30 überzeugt durch seine anmutende smarte Optik und viele individuelle Auffälligkeiten. Im Alltag ist er eher als Zweitfahrzeug anzusehen. Mazda ist auf einem guten Weg, wenn die Reichweite in der nächsten Generation erhöht wird. Insgesamt hat der Mazda MX 30 sehr viel Spass gemacht. Er fällt auf und lässt Passanten stets direkte Fragen stellen. Seine Optik hat mehr als puren Charm. Das Design überzeugt.

Fotomodel: Mazda MX 30

Praxistestfahrer: Lorenz Kernberger & Tom Hausner

Location: Wien- Niederösterreich

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