Praxistest KIA e- Soul, ein Wintermärchen

Der bereits bekannte und liebgewonnene stylisch blaue KIA e – Soul in der Top Ausstattung Platin wurde uns erneut dankenswerterweise sehr kurzfristig von KIA Austria zur Verfügung gestellt.

Dieser wurde von uns – der Familie Kernberger aus Traiskirchen – für einen spontanen Besuch des Zweitwohnsitzes im schönen Kärnten genutzt. Als hochinteressierte Kaufinteressenten wollten wir die Elektromobilität live erfahren.

Bestenfalls gleich unter relativ schwierigen Bedingungen: Wintertemperaturenn, erste lange Reise rein elektrisch, vollbepackt mit Kind und Kegel – eine starke Challenge!

Das Team um Thomas Suchy vom Autohaus STAHL in Strebersdorf hat das Fahrzeug bestens vorbereitet, so dass wir Elektroneulinge auch gleich losfahren konnten.

Mit Gepäck für 4 Tage – inklusive einer kompletten Winter Wander Ausrüstung für die gesamte Familie – ging es für uns vier (2 Erwachsene 2 Kinder) an einem stürmischen Samstag vormittag los in Richtung Ossiach – ja, genau das am schönen See in Österreich.

Dank des verstellbaren Ladebodens war der Kofferraum zwar knackig befüllt, durch seine eckige Form verbirgt sich im KIA jedoch innen mehr Raum als auf den ersten Blick von außen ersichtlich wäre.

Da im Zielgebiet winterliche Verhältnisse vorausgesagt wurden, entschieden wir uns für die sicherere Route über die A2 und nicht für die kürzere aber anspruchsvollere Strecke S6 via Judenburg – B317- St. Veit/Glan.

Dank App und dem funktionalen Navi (selbst erklärende Bedienung, Touchscreen) hatten wir bereits vor der Abfahrt unseren perfekten Ort für die (gerade für Kinder) notwendige Fahrtunterbrechung zwecks Nahrungsaufnahme gefunden.

Da wir später starteten als geplant, wurde das Mittagessen nicht erst in Wolfsberg eingenommen, sondern bereits in Feldkirchen bei Graz. Wichtig für uns war, dass es nicht weit weg von der Autobahn sein sollte. Und natürlich war eine Pause auch gleich für eine Teilladung an einer Schnellladestation der Smatrics eingeplant.

Die weitere Stunde Fahrtzeit über die Pack nach Wolfsberg wäre sich nach Ladestatus locker ausgegangen – dies darf der Ordnung halber nicht unerwähnt bleiben.

Wir hatten bis zu dieser Pause das Fahrzeug im normalen Autobahntempo bewegt (Fahrmodus Standard), der Wechselabschnitt wurde mit den erlaubten 100 km/h erklommen, danach sah der Tempomat nie eine höhere Geschwindigkeit als 130 km/h.

Zum Zeitpunkt der ersten und einzigen Ladung hatte der Akku noch ca. 43 % und somit mehr als 170 Kilometer Restreichweite.

Die Heizung war auf gemütliche 22° C justiert, beide vorderen Sitzheizungen auf der Stufe 1.

Da es den Kindern zwischenzeitlich auf der Rückbank zu kühl wurde (hier macht sich die fehlende Lüftung des Fußraumes der zweiten Sitzreihe bemerkbar), heizten wir kurzfristig mit höherer Temperatur. Im Summe alles in Ordnung.

Merke: Sitzheizung auf der Rückbank hat auf Kindersitze natürlich keine Wirkung :-).

By the way: viel Fußfreiheit auf der Rückbank! Hier überraschte uns der KIA e- Soul durch seine äußerliche kompakte/ gedrungene Form. Auf den ersten Blick spiegelt sich ein viel kleineres Fahrzeug wider. Im Inneren zeigte sich, dass der Fond selbst für Erwachsene iein komfortables Mitfahren möglich macht.

Das Laden auf die vorher angewiesenen 80 % der Akkukapazität an der Smatrix Schnellladestation dauerte ca. 35 Minuten. Währenddessen wurde im nahen Fast Food Restaurant ein Mahl – aufgrund der derzeitigen COVID 19 Bestimmungen – „to go“ am Parkplatz eingenommen.

Die Weiterfahrt gestaltete sich weiterhin – selbst für uns Neulinge – unspektakulär.

Nach dem Packabschnitt wechselten die Wetterverhältnisse von trockenen 5°C auf neblig feuchte -2°C .

Wir erreichten nach 360 Kilometern unser Ziel, bei gleichbleibenden Energieaufwendungen und Geschwindigkeiten. Ladezustand bei 22% und einem Puffer von knapp 80 Kilometern.

Auf die vielen Assistenzsysteme werde ich jetzt nicht weiter eingehen da es bereits einige Rezensionen dazu gab.

Das optionale HUD ist sehr gut ablesbar, der Tempomat reagiert angenehm unaufdringlich auf Veränderungen im Straßenverkehr, Spurhalteassistent und Co tun ihr Übriges dazu.

Am kommenden Tag, das Fahrzeug hatte derweil über den 230V Anschluss ca 20 Stunden geladen, hatten wir einen mehr als ausreichenden Radius von 280 Kilometern respektive 75 % Ladung erreicht.

Mehr als genug für die veranschlagten 90 Kilometer zu unserem Ausflugsziel – dem Skigebiet Dreiländereck, hin und retour. Lademöglichkeiten haben wir auch im verschlafenen Arnoldstein entdeckt, jedoch nicht in Anspruch genommen.

Gerade auf Bergfahrten spürt man die verfügbaren 204 PS, wobei das Fahrzeug auch auf einer Schneefahrbahn sehr entspannt reagiert. Alle Assistenzsysteme agierten so wie erhofft bei normal- feinmotorischem Einsatz des rechten Fußes.

Neu für uns als Elektro – Newbies war der Rekuperation auf der Bergabfahrt zusehen. Mit den Lenkradwippen konnten wir das manuell einstellen.

Ebenso gelernt wurde das veränderte Bremsverhalten – als „Verbrennerfahrer“ erstaunt, findet das Bremspedal im Stadtgebiet und dicht besiedeltem Überland so gut wie gar keine Verwendung. Die gewünschte Verzögerung wird erwirkt durch das „vom Strompedal gehen“.

Den vorletzten Tag unseres Urlaubes wollten wir im 55 Kilometer entfernten Bad Kleinkirchheim verbringen.

Nach 14 Stunden Ladung über Nacht an der Haussteckdose war der KIA e-Soul zu fast 100% geladen.

Bei den vorherrschenden Temperaturen also 350 Kilometern.

Ein Einkehrschwung bei einer Tankstelle blieb uns nicht erspart, da das Fahrzeug einen verminderten Reifendruck in einem Reifen meldete. Nach dementsprechender Korrektur schien die Fehlermeldung bis zum Urlaubsende auch nicht mehr auf.

Am Dienstag ging es am späten Vormittag wieder in Richtung Heimat, einer ladelosen Pause zu Mittag in Wolfsberg folgte ein Besuch des Schlossberges in Graz – hier half uns das Navi eine Smatrix Ladestation auszumachen, zentral gelegen gegenüber der Messehalle.

Nach 40 Minuten hätte die Ladung 80% erreicht, da wir jedoch länger im schönen Graz verweilten, starteten wir mit 100% Kapazität (aka 380 KM Reichweite) in den letzten Abschnitt nach Traiskirchen. Dank der hervorragenden Gleit/Cruise Fähigkeit des KIA’s kamen wir vollkommen entspannt zu Hause an.

Die Kinder waren ob des perfekten Soundsystems von Bose derart begeistert, dass beide ungestört ihren Hörspiele lauschen konnten.

Nach 1030 Kilometern belief sich unser „Verbrauch“ auf 21,2 kW/h pro 100 km.

Gefühlt hat sich diese Urlaubsreise nach Kärnten von unseren vorherigen nicht unterschieden.

Es wurde auf nichts verzichtet (weil wir „nur“ elektrisch unterwegs waren) und auch die beiden Ladepausen fielen nicht ins Gewicht. Alle Fahrtunterbrechungen waren planbar.

Es bleibt ein durchwegs solider Eindruck.

Der KIA e- Soul ist ein Fahrzeug mit hohem Potenzial und durch seine Kompaktheit gepaart mir Platzangebot durchaus eine interessante Alternative für kleine Familien.

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